Poitevin

Derber, wenig ansprechender Kaltblüter. Großer, unedler Ramskopf mit langen Ohren und phlegmatischem Ausdruck. Kurzer, kräftiger Hals mit üppiger Mähne; flacher Rist, lange und breite Schulter. Weicher und langer Rücken, tonniger Rumpf mit stark ausladender Rippung. Abgeschlagene, kurze bis mittellange Kruppe, oft mangelhaft bemuskelt und eckig. Tief angesetzter, langer Schweif, starker Fesselbehang, der die großen, flachen Hufe mitunter verdeckt. Brauchbares Arbeitspferd mit genügend Gang und Ausdauer, Schrittpferd. Meist Graue, Hellbraune, auch Rappen und Falben. Größe von 158 bis 168 cm. Gewicht um 800 kg.

Die Vorfahren des Poitevin sollen im 16. Jahrhundert aus den Niederlanden, Norwegen und Dänemark eingeführt worden sein. Damals wurden unter König Heinrich IV. die Marschen des Moitou und der Vendée trockengelegt, wozu man Arbeitspferde mit großen, flachen Hufen aus Niederungsgebieten importierte. Besonders Bedeutung erlangte die Rasse als Basis für die Maultierzucht, weshalb sie auch als Mulassier (Maultier-Pferd) bekannt ist. Die Stuten bringen in Anpaarung mit den großen, dunkelbraunen Poitou-Eselhengsten (Baudet-Poitevine) außergewöhnlich gute, große Maultiere, die sich stets reger Nachfrage erfreuten. Das Zuchtbuch erfasst sowohl Pferde als auch Esel und existiert seit 1884.

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